Claudia Gersdorf und Chemnitz Kulturhauptstadt 2025

Sprache & Sein: Utopien ausprobieren!

von

Rezension: Kübra Gümüşays Lesung aus ihrem Werk „SPRACHE UND SEIN“ in der Dresdner Schauburg am 15. September 2021.
Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage. Angst vor dem Ungewissen, vor dem Fremden. Anstatt davor abzuschrecken, brauchen wir Offenheit, Inklusion und das Bewusstsein für neugieriges, interessiertes Miteinander – keine verordneten Formeln oder vorgekauten, simplen Antworten.
Kübra Gümüşay – Wissenschaftlerin, Künstlerin, Philosophin, Politikberaterin, Gründerin, Autorin ebenso Meisterin wie auch Schülerin des Seins. Welche Bandbreite eines Menschen, welch wertvolle Bereicherung des Seins. Diese Vielfalt, Offenheit und enorme Wissensspektrum sehen wir immer wieder in ihrem Buch, in ihrer Art und Weise zu sprechen, denken, beraten, im direkten (live auf der Bühne) und indirekten (via ihr Buch) Austausch mit ihr.
Sie zeigt uns anhand ihrer Worte, Gedanken und wertigem Wissen ganz neue Perspektiven auf, zugunsten des Erfolgs von Menschlichkeit, zugunsten des Individuums – zugunsten des Menschen, der es wagt hier einzutauchen: in Sprache und Sein.
„Wir Menschen sind nicht dazu da, um Perfektion zu leben. Jedoch wenn wir immer wieder daran arbeiten, miteinander tolerant, positiv, weltoffen und wertschätzend zu leben und wir die Andersartigkeit in der Welt entdecken und wertschätzen, dann ist der erste große Schritt zu einer Gemeinschaft getan.“
Kübra Gümüşay

Sprache und Sein

Inspiration pur und Lichtblick! Ein Buch, das jede:r lesen sollte. Ein Buch, das beschreibt, wie Sprache unser Denken prägt, Politik und unser Miteinander bestimmt, über unsere Selbst- und Fremdwahrnehmung urteilt, unsere Selbstbestimmung steuert.
Das Buch verfolgt eine Sehnsucht: nach einer Sprache, die Menschen nicht auf Kategorien reduziert. Gemeinschaftliches Denken in einer polarisierenden Welt.
Kübra Gümüşays Lesung aus ihrem Buch „Sprache und Sein“ im Dresdner Filmtheater „Schauburg“ am 15. September 2021 war mehr als inspirierend. Sie schafft es, mit ihren Worten eine Verbindung zu kreieren – eine Verbindung zwischen dem Publikum, zwischen den Menschen und ihren Gedanken, Lösungen und Impulsen. Sie schafft nicht nur eine Brücke zur Individualität jeder und jedes Einzelnen, sondern regt die Menschen auch dazu an, weg vom „Schubladendenken“ zu kommen, weg von Stigmatisierung und Absolutheit.
Wir sind alle so unterschiedlich und befinden uns in permanenter Veränderung unseres Wesens und Denkens, dass es gar nicht möglich sei, zu kategorisieren! Kübra Gümüşay spricht von einem „Museum der Sprache“ – Veränderungen der Sprache durch Generationen, verschiedenste Ereignisse und Perspektiven, Projektionen, Selbstwahrnehmungen und Fremdannahmen. Wir würden und werden mit dem Kopf durch die Wand gehen wollen, uns dabei jedoch die Köpfe blutig anschlagen, wenn wir weiterhin kategorisieren und nur das bewerten, was wir sehen oder was wir glauben zu kennen.
Sie schafft es immer wieder, sei es in ihrem Buch oder in ihren Lesungen, Praxis mit wissenschaftlicher Forschung zu verbinden: „Sprache und Sein“ basiert auf vielen Recherchen, aus denen die Zuhörer:innen wertvolles Wissen und praxisnahe Erfahrung schöpfen können. Kübra Gümüşays Appell? Ein neues Bewusstsein zu entwickeln. Wir dürfen anfangen, zu beobachten, immer wieder neu zu entdecken. Gemeinschaftliches Denken und Miteinander neu kreieren, immer wieder von Neuem.
Wir alle wandeln uns wandeln (uns)
„Meine Utopie ist gar nicht so weit weg,
hab ich verstanden
Denn sie wohnt sehr wohl in meinem Kopf,
somit in meinem Handeln
Ich glaub kaum an die Wahrheit,
aber an Realität
Um zu glauben, das wird nix mehr,
ist es viel zu spät“
– Sookee
Ein Zitat in Gümüşay Buch, das sich in meinem Kopf eingebrannt hat. Der Wandel ist unausweichlich, und setzt zugleich bei vielen Angst frei: die Befürchtung, sich von den alten Wegen und Verhalten zu verabschieden, in eine ungewisse Zukunft.
Ein Zitat in Gümüşay Buch, das sich in meinem Kopf eingebrannt hat. Der Wandel ist unausweichlich, und setzt zugleich bei vielen Angst frei: die Befürchtung, sich von den alten Wegen und Verhalten zu verabschieden, in eine ungewisse Zukunft.
„Sprache und Sein“ stellt den Leser:innen verschiedenste Fragen zum Wandel: Wie aber sähe die Welt aus, in der kein Mensch aufgrund seiner Hautfarbe, seines Geschlechtes, seiner Behinderung, Religion, Klasse oder seiner sexuellen Orientierung diskriminiert wird? Eine Welt, in der Menschen sich nur so viel nehmen, wie sie tatsächlich brauchen? In der sie nur so viel konsumieren, wie die Erde es verträgt? Eine Welt, in der Wohlstand der einen nicht auf der Ausbeutung und Entmenschlichung der anderen aufbaut?
„Sprache und Sein“ stellt den Leser:innen verschiedenste Fragen zum Wandel: Wie aber sähe die Welt aus, in der kein Mensch aufgrund seiner Hautfarbe, seines Geschlechtes, seiner Behinderung, Religion, Klasse oder seiner sexuellen Orientierung diskriminiert wird? Eine Welt, in der Menschen sich nur so viel nehmen, wie sie tatsächlich brauchen? In der sie nur so viel konsumieren, wie die Erde es verträgt? Eine Welt, in der Wohlstand der einen nicht auf der Ausbeutung und Entmenschlichung der anderen aufbaut?
Und wie Kübra Gümüşay in ihrem Buch sagt:
„Es gibt keine Gewissheiten. Ich kenne eine solche Welt nicht, keiner kennt sie {…} Wenn wir uns aber von dem Gedanken lösen, Ideale müssten überall und auf einmal realisiert werden, können wir uns die Freiheit schaffen, jetzt schon Räume zu öffnen, in denen wir Utopien, so gut es geht, ausprobieren“.
Kübra Gümüşay hat uns durch ihr Buch und ihre Lesung vor Kinoleinwand die Möglichkeit gegeben, in Untersuchungen und Tatsachen einzutauchen, die sie durchlaufen hat. Die Chance zu realisieren, was die Sprache mit unserem Sein macht und gleichzeitig, was unser Sein mit der Sprache macht.

Toleranz und Weltoffenheit, statt Perfektion

Ich bin zutiefst beeindruckt von Kübra Gümüşays Lösungsansätzen, die sie in ihrem Buch schildert. So zum Beispiel immer wieder demütig zu sein, demütig zu sprechen, sich immer weiterzuentwickeln, zu beobachten und zu korrigieren.
Kübra Gümüşay sagt:
„Wir sollten mit Demut an die Welt herantreten, im Bewusstsein dessen, dass das Ende unseres Horizonts nicht das Ende der Welt darstellt, dass unser eigenes Wissen sehr begrenzt ist. Es ist wichtig, zu schauen, wie andere Menschen d. Welt wahrnehmen.“
Kübra Gümüşay schafft es, Anekdoten einzuflechten, ob aus ihrem privaten Leben, Beruf, ihrem Umfeld oder aus dem Sein – sie schafft es einfach uns zu erstaunen und neugierig zu machen.
LIEBE KÜBRA,
danke für Deine Power, Inspiration und Ermächtigung zugunsten von Mensch-Anders-Stark-Sein! Ich liebe den Austausch mit Dir und erachte jede Chance des zusammen Denkens, Seins, Sprechens, Wirkens und Wandelns als großes Geschenk und Weiterentwicklungs-Booster. Für alle!
Claudia Gersdorf

Claudia Gersdorf

CEO PolaR BEAR

Paw Print PolaR BEAR